| Pickup-Messtechnik - wozu? |
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Welchen Sinn hat es, an Pickups elektronische Messungen vorzunehmen? Es geht doch auch so! Man kann ja genauso gut im Hörtest entscheiden, was gut und was nicht gut klingt. Oder???
Tja. Wenn einem der Klang perfekt gefällt, dann braucht man sowas natürlich nicht. Wenn er einem aber nicht gefällt und man ihn lieber anders hätte, dann kann der Hörtest ein ganz schön mühsames Geschäft werden. Alte Pickups ausbauen, neue einbauen, testen, wieder ausbauen, wieder neue einbauen, wieder testen, usw. Da kann man leicht einen Tag mit herumbringen, und man weiß am Abend immer noch nicht, was los ist. Das menschliche Ohr hat zwar ein unglaublich feines Unterscheidungsvermögen, aber leider kann es sehr schwer sagen, was genau man an einem nicht zufriedenstellenden Pickup umbauen muss, damit einem der Klang besser gefällt. Da können elektronische Messungen eine Menge Hilfe leisten und die Arbeit erheblich beschleunigen. Man stochert dann nicht mehr blind im Nebel herum, sondern kann ganz gezielt vorgehen. Man misst einen Pickup, der einem gut gefällt, und sagt "Aha". Dann misst man einen, der einem nicht gefällt und vergleicht die Ergebnisse. Da ist dann meistens ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Dann misst man noch ein paar weitere und selektiert die heraus, die dem für gut befundenen am nächsten liegen. Auf die wenigen beschränkt man dann den Hörtest, die anderen lässt man liegen. Das geht bedeutend schneller, als wenn man alle der Reihe nach durchprobiert. Die Zusammehänge zwischen elektrischen Eigenschaften und Klangeindruck sind eindeutig. Da hört man sich nach einiger Lernzeit hinein. Wer kann so etwas gebrauchen?
Was ist sinnvoll zu messen?
Voraussetzung für den Nutzen von elektronischer Messtechnik ist allerdings, dass man überhaupt die richtigen Größen misst. Die meisten Hersteller in aller Welt geben nur den mit einem gewöhnlichen Multimeter messbaren Widerstand der Drahtwicklung und tun so, als würden sie damit eine Information über die wesentlichen klanglichen Eigenschaften eines Pickups verbreiten. Leider totale Fehlanzeige! Das ist so ähnlich, als würde man bei einem Auto die nur Länge messen und daraus Rückschlüsse auf die Höchstgeschwindigkeit ziehen. Der Widerstand ist zwar sehr leicht zu bestimmen, aber seine Aussage über die klanglichen Eigenschaften eines Pickups ist so gut wie NULL!!! Ein Hersteller, der nichts als diesen Wert angibt, zeigt damit, dass er entweder keine Ahnung hat, wie ein Pickup funktioniert, oder aber, wenn doch, dass er seine Kunden vorsätzlich in die Irre führen will. Es kommt in Wahrheit auf ganz andere Größen an. Die mit Abstand wichtigste Messung ist der Übertragungsfrequenzgang. Dafür gibt es den "Pickup-Analyzer"
Das Zweitwichtigste: Lautstärkemessung Schließlich noch für absolute Spezialisten: Induktivität Magnetstärken |

