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- Die Batterie könnte leer werden. Stimmt
natürlich. Dagegen kann man vorsorgen mit einer Reservebatterie im
Gitarrenkoffer (genauso wie man immer Reservesaiten dabei haben muss).
Zu empfehlen sind nicht die billigsten, weil die nicht lange leben und
allein schon durch das Herumliegen leer werden. Die besten sind
Alkali-Batterien, die halten nicht nur im Betrieb viel länger, sondern
bleiben auch bei Nichtbenutzung viele Jahre frisch.
Im
übrigen wird eine Batterie nie schlagartig leer, sondern allmählich
immer schlaffer. Das kündigt sich dadurch an, dass stark angeschlagene
Töne verzerren und schwächer angeschlagene noch sauber klingen. Zum
Wechseln ist immer noch genug Zeit. Eine Saite reißt dagegen ohne jede
Vorwarnung. Im übrigen kann man auch einen Bypass-Schalter einbauen, so
dass man bei Versagen der aktiven Elektronik immer noch passiv
weiterspielen kann. Batterien fangen manchmal an zu rauschen und zu
krachen, wenn sie fast leer sind. Das kommt von inneren Wackelkontakten
infolge Oxidation. Nicht erschrecken, nicht die Schuld auf die aktive
Schaltung schieben, sondern die Batterie austauschen!
- Der Batterieclip kann sich lösen, und dann geht gar nichts mehr.
Ist schon öfter passiert, das kennt man langsam. Man biegt sich die
Fahnen mit einer kleinen Zange etwas zusammen, und schon geht es
wieder. Die Zange passt mit in den Gitarrenkoffer und ist auch beim
Saitenwechseln sehr nützlich. - Die Batterie kann auslaufen. Das passiert allenfalls, wenn sie total leer ist, und das merkt man lange vorher. Im übrigen tun das heute nur noch die
allerbilligsten Schleuderfabrikate, und die sollte man sowieso nicht kaufen. - Die Elektronik rauscht. Hat
es früher oft gegeben. Heute praktisch nicht mehr. Die Technik ist
gegenüber der Anfangszeit sehr viel besser geworden. Sie muss eben
richtig aufgebaut sein. Das geht nicht mit Billig-Bauteilen vom
Wühltisch. Dafür braucht man schon Industriequalität. - Es brummt. Brummen
kommt vor, das liegt dann aber garantiert nicht an einer aktiven
Elektronik, sondern am Drumherum. Auch heute noch sind sehr viele
Gitarren innerlich nicht abgeschirmt, zum Teil auch in höchsten
Preisklassen. Das lässt sich aber nachholen. Mit Abstand das beste ist Metallfolie - entweder Aluminium, leicht zu beschaffen, aber nicht lötbar, oder Kupfer, schwerer zu bekommen, aber gut zu löten. Weniger gut, aber auch noch brauchbar sind elektrisch
leitfähige Farbe oder Kupfer-Spray ("EMV 35"). Minderwertig ist Graphit-Spray, das leitet den Strom nur
sehr schwach. Das Brummen kann auch durch Kabel mit undichter
Abschirmung entstehen. Mit aktiver Elektronik nimmt es eher ab als zu.
Man kann dann auch noch relativ schlechte Kabel verwenden, die man
sonst nur wegschmeißen könnte. - Die Elektronik verändert den Sound.
Das kann sie. Wenn er damit schlechter wird als vorher, dann ist sie
nicht richtig an die Pickups angepasst. Elektronisch korrekt
ausgedrückt: Die elektrische Belastung der Pickups ist falsch. Bei
richtiger Belastung stimmt auch der Sound. Bei geschickter Wahl kann
man ihn auch sehr zum Positiven verändern. Der Grundsound jeder Gitarre
kommt vom Holz und von den Saiten, der bleibt natürlich derselbe. Aber
er kann besser herüberkommen, ausdrucksstärker, wirkungsvoller.
Bekanntlich verändern alle gängigen Pickups sowieso den Sound. Was an
Tonsignal herauskommt, ist immer etwas ganz anderes als das, was an
Saitenschwingung hineingeht. Jeder Typ überträgt anders, das ist so
gewollt. Also warum nicht noch mehr verändern? Hauptsache, das
Endergebnis wird gut. Technisch korrekt ausgedrückt:
Ein Gitarren-Pickup braucht unbedingt die richtige kapazitive Last,
sonst „klingt“ (genauer gesagt: „überträgt“) er falsch. Wenn er direkt
ohne Last an die Elektronik angeschlossen wird, dann arbeitet er im
Leerlauf. Dadurch wird die Resonanzfrequenz extrem hoch, der Sound wird
dadurch dünn bis glashart und verliert jede Durchsetzungskraft.
Beim normalen passiven Betrieb stellt das Gitarrenkabel die kapazitive
Last dar. Mit aktiver Schaltung hat es keine Wirkung mehr. Man muss die
Lastkapazität deshalb extra nachbilden, damit die Resonanzfrequenz
wieder stimmt. Ein bekanntes Beispiel: die Gibson
Artist-Serie der 70er Jahre. Wenn man hier ein kleinen Kondensator
(nach Geschmack ca. 330 bis 1000 pF) zu jedem Pickup parallel lötet,
dann wird der Sound viel wärmer und schöner! Fender hat es bei der
„Eric Clapton Strat“ richtig gemacht, hier liegt ein 330-
pF-Kondensator zwischen dem Eingang der Schaltung und Masse. (Wer einen
fetteren Sound haben will. der kann dafür einen größeren einsetzen.)
In meinen aktiven Schaltungen ist diese Lastkapazität nicht mit
eingebaut. Warum? Damit das Gesamtsystem flexibler wird. Sie wird extra
angeschlossen (Z. B. in Form eines
„C-Switch“, dadurch hat man sehr große Wahlmöglichkeiten beim
Sound. Etwas
ganz anderes als E-Gitarren sind E-Bässe: Hier ist es gerade günstig,
den Pickup ohne Last im Leerlauf arbeiten zu lassen. So kriegt man die
ganz drahtigen Höhen, die im passiven Betrieb kaum zu erhalten sind.
(Um die dann richtig wiederzugeben, braucht man unbedingt eine Box mit
Mittel-/Hochtonlautsprecher.) - Die Elektronik verwendet Transistoren, erzeugt also unharmonische Verzerrungen.
Wenn sie das wirklich tut, dann ist sie entweder dilettantisch
aufgebaut oder die Batterie ist drei Viertel leer. Unharmonischen
Verzerrungen gibt es bei Transistoren nur dann, wenn man sie falsch
behandelt, d. h. übersteuert. Bei richtigem Umgang übertragen sie
kristallsauber. (Sogar der Röhren-Guru Mesa Boogie verwendet
Transistoren in seinen Verstärkern, nämlich vier Stück im grafischen
Equalizer. Weil das fast keiner weiß, scheint es auch fast keiner
herauszuhören.) - Aktive Elektronik ist teuer. Stimmt
nicht. Auch hochwertige Bauteile kosten heute nicht mehr viel. In den
meisten Fällen ist die Schaltung sehr viel billiger als ein Satz neue
Pickups. Man kann dann oft die alten Pickups drinlassen, die tun ihren
Dienst dann auf einmal viel besser als je zuvor. Manche blühen richtig
auf. Vor allem bei exotischen Gitarren, deren Pickups Sonderabmessungen
haben, ist das höchst interessant. - Die Gitarre wird dadurch entwertet.
Das muss nicht sein. Wenn sie besser klingt als vorher, dann wird sie
sogar noch aufgewertet. Ich baue die Elektronik nach Möglichkeit so
ein, dass ich vom Holz nichts wegnehmen muss. Wenn der Besitzer die
Gitarre dann doch irgendwann mal verkaufen will und der Interessent auf
dem Originalzustand besteht, dann kann man alles wieder spurlos
rückgängig machen.
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