| Auch die Potis beeinflussen den Sound |
|
|
Erfahrungsgemäß
ist der Sound dann am kraftvollsten, wenn das Kabel möglichst direkt an
den Pickup angeschlossen ist. Alles was dazwischen sitzt, macht ihn
schlaffer.
Da ist zunächst das Volumen-Poti. Man merkt ganz schnell:
Wenn man es zurückdreht, bleibt der Sound nicht gleich, sondern die
Höhen gehen weg. Vor allem wenn es unsinnigerweise "rückwärts"
angeschlossen ist, d. h. Pickup am Schleifer (wie z. B. beim Jazz Bass,
bei Rickenbacker oder bei vielen ostasiatischen Gitarren). Mit einem
kleinen Kondensator zwischen Schleifer und dem "heißen" Ende wird es
etwas besser, aber das ist nur eine Notlösung. Was kaum jemand weiß: Sogar voll aufgedreht schluckt das Volumen-Poti noch etwas Brillianz weg (250 kOhm geringfügig stärker als 500 kOhm). Viele Gitarristen benutzen es gar nicht, sondern stattdessen einen Fußschweller. Wenn der passiv arbeitet, schluckt er erst recht. Wirklich neutral sind nur aktive. Wer das Volumen-Poti in der Gitarre nicht braucht, der kann es auch totlegen: die Drähte vom Schleifer und rechten Anschlag ablöten und direkt miteinander verbinden. Das gibt eine stärkere Resonanzüberhöhung bei den Pickups. Die Wirkung ist so ähnlich, wie wenn man die Blechkappe abnimmt. Das gleiche gilt für das Tone-Poti: Kaum ein Mensch benutzt das, aber fast alle Hersteller meinen, das müsste unbedingt sein. Es nimmt ebenfalls einiges weg, auch wenn es voll aufgedreht ist. Wer einen ausdrucksstärkeren Sound haben will, der trennt es am besten ab. Es gab schon Gitarren, da saß zwischen Pickups und Ausgang noch alles mögliche passive elektrische Gestrüpp (ich denke da z. B. an alte Höfner aus den 60er Jahren mit Plastik-Überzug und furchtbar vielen Schaltern.) Da sind alle Höhen drin steckengeblieben. Solche Gitarren können nach einer "Entrümpelung" unerwartet aufleben. |

